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Afrobrasilianische Kulte

Fortsetzung

Die afrobrasilianischen Kulte unterlagen aber auch stetem Wandel. So wurden regional verschieden und entsprechend dem sozialen Umfeld (z.B. Stadt/Land) einzelne Orixás oder Funktionen der Kulte betont. Einer dieser "Ableger" ist Umbanda. Hier kommen vor allem spiritistische Einflüsse zum Tragen. Mit Unterstützung der Ahnen soll konkrete Lebenshilfe gegeben werden, sei es bei Krankheit, Liebesleid usw.

Während der Umbanda-Anhänger meist aus der gesellschaftlich mehr oder weniger integrierten Unter- und Mittelschicht stammen, ist die Macumba der Kult der Allerärmsten in den Favelas der Städte: Wenigstens mit Hilfe außerirdischer Kräfte erhoffen sie sich die Linderung ihrer Not, ihrer Krankheiten und Leiden. Und mittels schwarzer Magie, auf die sich gerade die Macumba-Anhänger spezialisiert haben, versuchen sie durch die Beschwörung dämonischer Mächte irgendeinem Feind zu begegnen. Hier wird der vitale, aber zugleich verzweifelte Versuch am deutlichsten, Ohnmacht und Ausweglosigkeit der eigenen Lebenssituation zu bekämpfen. Die Kulte bieten noch in anderem Sinne Halt: Die Entwurzelten finden eine Solidargemeinschaft, die oftmals auch ohne Hilfe von Geistern Unterstützung gewährt.

Vielerorts wird Touristen eine Teilnahme an einer Macumba oder einem Candomblé-Abend angeboten. Auf eigene Faust sollte man keinen der Terreiros (Versammlungsorte) aufsuchen, da sie häufig nicht gerade in den ungefährlichsten Vierteln liegen. Außerdem bedarf es der Vermittlung eines Mitgliedes, um einer der Veranstaltungen, die sehr privaten Charakter haben, beiwohnen zu dürfen.


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