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Fortsetzung

Afrobrasilianische Kulte

Die afrikanischen Sklaven brachten nicht nur ausbeutbare Arbeitskraft nach Brasilien mit, sondern auch ihre Welt- und Glaubensvorstellungen, ihre Musik und ihre Instrumente, ihre Formen des Umgangs mit anderen Menschen und ihre Werte. Obgleich das Los der Sklaverei um kein Deut besser war als z.B. bei Spaniern oder Nordamerikanern, wurde die Kultur der Schwarzen nicht mit den letzten Mitteln unterdrückt. So vereinnahmten die weißen, portugiesischen Siedler sogar sukzessive afrikanische Kultur. Heute gelten beispielsweise die verschiedenen afrobrasilianischen Kulte als "typisch brasilianisch". Anfangs stießen die "heidnischen Praktiken" der Sklaven zwar auf größten Widerstand der Kirche. Doch die Schwarzen reagierten darauf, indem sie ihre Orixás (Götterwesen) mit christlichen Heiligen gleichsetzten. Noch heute findet sich auf Altären der verschiedenen Kulte eine kunterbunte Schar von afrikanischen Orixás und katholischen Heiligen. Überhaupt ist es ein Merkmal dieser Kulte, verschiedenste Welt- und Glaubensvorstellungen aufgenommen zu haben. So finden sich ebenso indianische Elemente wie spiritistische.

Als ursprünglichste und afrikanischste Variante gilt Candomblé, das vor allem im Nordosten verbreitet ist. Candomblé hat ein kompliziertes und fest gefügtes Gebäude an götterähnlichen Wesen (Orixás) und Riten, die sich ähnlich noch heute in Afrika finden. Einer der wichtigsten unter den etwa hundert Orixás ist Oxalá, der mit Jesus gleichgesetzt wird. Die Meeresgöttin Yemanjá findet ihre Entsprechung in der Jungfrau Maria. Xangô, Orixá des Blitzes und des Donners, ein zweigeschlechtliches Wesen, wird mit dem heiligen Hieronymus und der heiligen Barbara in Verbindung gebracht.

Jeder der zahlreichen Orixás besitzt seinen Jahrestag und wird mit bestimmten Farben, Speisen, Gegenständen, Tieren, Pflanzen, Symbolen usw. identifiziert. Prinzip ist es, mit diesen Orixás in einem Zustand der Trance Kontakt aufzunehmen. Mit Tanz und Gesang, mit gleichförmigen Trommelrythmen und der akustischen Untermalung des Metallinstruments Agôgo werden die aufwändig geschmückten Filhas de Santo (Tüchter der Heiligen= vorbereitet auf den Empfang desjenigen Gottwesens, das von ihnen Besitz ergreifen soll. Jeder Zeremonie, in denen es auch Tieropfer gibt, steht eine Mãe de Santo bzw. ein Pai de Santo vor. Diese "Oberpriester" können nun mit Hilfe der gerufenen Orixás weiße oder schwarze Magie betreiben.


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