Forum Wallpaper Impressum Sitemap

weiter

Tourismus

Fluch oder Segen?

Ist es ein Fluch, dass jährlich Hunderttausende von Touristen aus aller Welt in Rio einfallen, um den Karneval mitzufeiern? Dass die Ausländer die betuchten Cariocas und Inlandstouristen das Volk von den Tribünen des Sambüodromo verdrängt haben? Es ist von Übel, aber nicht nur: für die Stadt ist es auch ein Segen, da der Tourismus zur wichtigsten Einnahmequelle der heruntergewirtschafteten Metropole geworden ist. Auch den Escolas de Samba kommt der internationale Tourismusrummel yugute. Aber den Charakter eines echten Volksfestes hat der Karneval, yumindest in Rio, längst eingebüßt: Die Karnevalsvereine sind zu Showfabriken avanciert, mitgetragen und beraten von renommierten Designern, Anwälten, Verwaltern usw. Medienwirksam und einheimischen Touristen zuliebe schmücken die Schauspieler der Telenovelas die Festwagen.

Entschieden mehr Fluch als Segen ist der Tourismus in ökologisch gefährdeten Gegenden wie dem Naturparadies Pantanal: Unzählige Schiffsfahrten und Anglerexpeditionen auf den Flüssen, gecharterte Jeeptouren quer durch Vogelbrutgebiete, übernachtungen in ausgebauten Gutshäusern - dieser unkontrollierte unsanfte Reiseboom, vor allem von Inlandstouristen, bedroht die extrem gefährdete Tier- und Pflanzenwelt noch zusätzlich. Die PantanalßBegeisterung erwachte mit der Telenovela gleichen Namens: Die Brasilianer wollen das hundertfach ausgstrahlte Naturparadies persönlich erkunden. Sonst konzentriert sich der einheimische Tourismus überwiegend auf die Küstenregionen.

Kleinere, einst bezaubernde Küstenorte wie Porto Seguro, in die sic bis zu Anfang der 80er Jahre nur vereinzelt Touristen verirrten, sind heute schick und überlaufen, an Diskotheken herrscht kein Mangel. Aus unscheinbaren Unterkünften sind elegante Hotels mit Pool und Klimaanlage geworden. Ähnliches gilt für die neuesten Lieblingsziele der Touristen wie Maceió, wo Musikantengruppen und Handwerksmärkte das Strandleben mitgestalten, für Natals Strände, wo Sandsurfer die Dünen zerstören (nachdem die Buggys verboten wurden) und Feriendomizile wie Pilze aus dem Boden schießen, für Florianópolis, neues Touristenzentrum im Süden. Dort herrscht an den herrlichen Stränden in der Feriensaison geradezu Hochbetrieb, untermalt von dem Motorgeheul auf dem Wasser. Erfahrungsgemäß wird in Brasilien etwa in regelmäßigen Abständen von zwei bis drei Jahren ein neues Stück Küste zum Exklusivtipp der Saison.


© 2007 Santos Midia Web-Services - Alle Rechte vorbehalten.
holidays24.org · Sprachen-der-Welt · Rechtsvordrucke.de · ECCL-Projekt · 6weg.info Costa Rica · Brasilien · in.kasso24 · weniger-zahlen · Fotoladen · Blumen-weltweit